Vita

in Potsdam geboren

2010 - 2020 

Diplomstudium der Restaurierung und Konservierung (Papier, Foto, Buch und Archivmaterial) an der Akademie der bildenden Künste in Wien

2020: Preis der Gesellschaft der Freunde der bildenden Künste

Praktische Erfahrungen

an folgenden Institutionen                               


Institut für Papierrestaurierung, Wien
Kunsthistorisches Museum, Wien

Museum für angewandte Kunst, Wien
Mumok, Wien
Österreichische Nationalbibliothek, Wien
Österreichisches Theater Museum, Wien
Stiftung Stadtmuseum, Berlin
Technisches Museum, Wien 

Diplomarbeit

Die Arbeit beschäftigt sich mit der Beschreibung, Untersuchung, Konservierung-Restaurierung eines japanischen Paravents aus der Edo-Zeit mit einer unsignierten Malerei, die der Kanō-Schule zugeschrieben werden kann. Das Werk wird in einen größeren kunst- und kulturhistorischen Kontext eingebettet; die Darstellung sowie deren symbolischer Gehalt werden beschrieben, einige Vergleichswerke werden vorgestellt, es wird versucht die Herkunft des Werkes zu rekonstruieren und ein allgemeiner Teil beschäftigt sich mit der Verwendung und Bedeutung von Paravents in Japan. Neben der Beschreibung des technologischen Aufbaus von Paravents, werden die Techniken und Materialien der vorliegenden Malerei beschrieben und die Befunde mit traditionellen Praktiken in Japan verglichen. Im Zuge der Untersuchungen an den grünen Malschichten wurden neben Malachit weitere natürliche kupferhaltige Mineralien mit Arsenanteilen nachgewiesen; dies stellt eine Abweichung zu den Angaben in der Literatur dar und wird im Weiteren diskutiert. Die Schäden am Werk umfassen ein zerrissenes Gelenk, einen möglichen Schädlingsbefall des inneren Holzgerüsts, gefährdete Malschichten und Übermalungen, welche besonders im Bereich der großflächig angelegten Blattvergoldungen die Wahrnehmung des Werkes verändern. Das Trägerpapier ist insgesamt brüchig und weist viele Risse und gebrochene Falten auf. Im Zuge einer Erstellung des Restaurierkonzepts werden, neben der Evaluierung des Zustands, die Ansätze akademisch westlicher Konservierung-Restaurierung und traditionell Japanischer einandern gegenüber gestellt und diskutiert. Der daraus resultierende Ansatz legt den Schwerpunkt auf die Erhaltung von Gebrauchsspuren und beschränkt die Eingriffe auf Stabilisierungsmaßnahmen und eine Harmonisierung des optischen Gesamtbildes des Werkes. Im Rahmen der Konservierung-Restaurierung wurde durch eine Sauerstoffmangelatmosphäre der Schädlingsbefall behandelt, Sicherungen der Malschichten vorgenommen, das Gelenk stabilisiert, mittels Agar-Gel und Gelatine die Übermalungen reduziert und neue Retuschen eingebracht. 

links oben: Querschliff einer der grünen Malschichten rechts oben: Historische Retusche über der originalen Blattvergoldung 100fach vergrößert links unten:  Sicherung eines eingerissenen und abstehenden Papierteils rechts unten: Endzustand